Anamnese

Die Anamnese ist eine der wichtigsten diagnostischen Mittel der modernen Medizin, die nicht technischer Natur sind. In einem intensiven, vertraulichen und vertrauensvollen Gespräch werden verschiedene Fragen zu aktuellen und vergangenen Lebens- und Gesundheitssituation des Patienten erörtert. Es werden dabei die unterschiedlichsten Bereiche nach einer, der Situation des Patienten und seinen Beschwerden entsprechenden, variablen Systematik erfragt. Eine Anamnese ist somit von Fall zu Fall, von Patient zu Patient unterschiedlich.
Was ist Anamnese? Eine Anamneseerhebung (vgl. griech. Erinnerungserhebung) schließt meist Fragen biologischer, psychischer und sozialer Natur ein. Es ist so eine wichtige Hilfe zur Erkennung kausaler Zusammenhänge zwischen einem medizinischen Leiden und der Situation des Patienten.

Die konkretesten Fragen der Anamnese beschäftigen sich mit der medizinischen Vorgeschichte, hier ein paar bekannte Beispiele:

  1. Gibt es Schmerzen oder Syptome? Welche sind diese, gibt es Einflüsse die zu einer Verschlechterung oder Verbesserung des Zustands führen? Treten diese dauerhaft auf oder mit einer gewissen Regelmäßigkeit?
  2. Werden Medikamente eingenommen, wenn ja welche und in welcher Häufigkeit und Dosis?
  3. Gibt es Vorerkrankungen die ein anderes, scheinbar nicht im Zusammenhang stehendes Leiden begünstigen oder gar verursachen?
  4. Gibt es Allergien oder zeigen sich auf gewisse Therapieformen, vor allem Medikamente, Überempfindlichkeitsreaktionen?

Aber auch die weniger greifbaren Umstände des Patienten können Teil der Anamnese sein. So können beispielsweise negative psychosoziale Faktoren erheblich zu ungunsten eines Krankheitsverlaufs beitragen, oder diese sogar auslösen: Stress im beruflichen Alltag ist ein bekannter Risikofaktor für die vielfältigsten körperlichen Leiden.

Die Anamnese stellt jedoch nicht nur ein diagnostisches Mittel dar, sondern dient gleichzeitig als wichtige Entscheidungshilfe zur Wahl einer geeigneten individuellen Therapieform.

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